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Vorbemerkungen
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In Deutschland werden pro Jahr
60.000 Menschen wegen Thrombosen und deren Folgeerscheinungen behandelt. Die
Häufigkeit einer tiefen Venenthrombose wird in den USA mit jährlich 48 auf
100.000 Einwohner angegeben.
Die
tiefe Venenthrombose stellt eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung dar
und ist streng von der oberflächlichen Thrombophlebitis/Varikophlebitis zu
unterscheiden. |
Ursachen, Symtome und Befunde
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Typisch ist
der oft symptomlose und unspezifische Krankheitsbeginn, vor allem beim
bettlägerigen Patienten. Ansonsten treten Schwellung und Spannungsgefühl an
Fuß, Wade oder Oberschenkel auf. Auch Lungenembolien können ein erster
Hinweis auf eine tiefe Venenthrombose sein. Eine Sonderform der tiefen
Venenthrombose stellt die Phlegmasia coerulea dolens dar.
Pathophysiologisch ursächlich ist
nach wie vor die Virchowsche Trias mit Stase, Gefäßwandläsion und
Hyperkoagulabilität als auslösender Faktor zu sehen.
Hauptursächlich für die Entstehung
einer tiefen Venenthrombose sind:
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Malignom
·
Immobilisation (Bettlägerigkeit, Operation, Gipsbehandlung)
·
Orale Antikontrazeption und Rauchen
·
Gravidität, Wochenbett
·
Thrombophilie |
Diagnostik
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Labor: D-Dimer-Test
(negativer Vorhersagewert 95%) kann eine Venenthrombose weitgehend
ausschließen. |
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Thrombophiliediagnostik: Bei
positiver Familienanamnese, rezidivierenden Thrombosen oder der Thrombose
aus heiterem Himmel, also ohne äußeren Anlass, sollte eine
Thrombophiliediagnostik durchgeführt werden. Hierbei müssen Protein-C,
Protein-S, APC-Resistenz, Anticardiolipin-Antikörper, Hyperhonocysteinämie
und eine Fibrinolysestörung abgeklärt werden. |
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Tumordiagnostik: Bei jeder
ursächlich tiefen Venenthrombose sollte eine Tumordiagnostik durchgeführt
werden. |
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cw-Dopplersonographie: Mit
der cw-Dopplersonographie alleine kann eine tiefe Venenthrombose weder
sicher ausgeschlossen noch bewiesen werden. |
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Bildgebende Verfahren: Für
den Ausschluß oder den Beweis einer Thrombose ist ein bildgebendes Verfahren
absolut notwendig. |
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Duplex-Sonographie: Heute
Methode der Wahl zum primären Nachweis einer tiefen Venenthrombose.
Treffsicherheit am Unterschenkel deutlich niedriger als im Popliteal-,
Oberschenkel-, Beckenvenenbereich |
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Phlebographie: Durchzuführen
zum Ausschluß oder Beweis einer tiefen Venenthrombose, wenn keine
Duplex-Untersuchung möglich ist, bzw. wenn die Duplex-Untersuchung keine
eindeutigen Ergebnisse, z.B. am Unterschenkel, zeigt. |
Therapie
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Die therapeutische Entscheidung für
konservative, operative oder lytische Therapie fällt in Abhängigkeit von
Alter und Ausdehnung der Thrombose.
Konservative Therapie:
Wichtig auch hinsichtlich der Prognose ist die rasche Entstauung des
Beines mittels elastokompressiven Verbandes und ggf. Hochlagerung der Beine.
Eine Antikoagulation mit Heparin muss sofort eingeleitet werden, wobei heute
den niedermolekularen Heparinen gegenüber unfraktioniertem Heparin der
Vorzug zu geben ist. Überlappend erfolgt die Antikoagulation mit Cumadin (Marcumar)
für mindestens 3 Monate, bei Rezidivthrombosen 6 12 Monate, wobei der INR
auf Werte zwischen 2 und 3 eingestellt werden sollte. Eine Dauerversorgung
mit Kompressionsstrümpfen der Klasse II oder III ist notwendig. |
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Internationale Bezeichnung |
Markenname |
Dosierung
(Anzahl Injektionen/die) |
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Dalteparin |
Fragmin |
200 i.E./kg/die (1) |
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Enoxparin |
Clexane, Levenow |
200 i.E./kg/die (2) |
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Nadroparin |
Fraxiparine |
184 i.E./kg/die (2) |
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Tinzaparin |
Innohep |
175 i.E./kg/die (2) |
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Operative Therapie: Die
Indikation zur operativen Therapie der tiefen Beinvenenthrombose besteht
heute nur noch in der Schwangerschaft, bei isolierten Beckenvenenthrombosen
oder der Phlegmasia coerulea dolens. |
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Lyse: Indikation zur Lyse bei
einer tiefen Venenthrombose besteht heute nur noch in Ausnahmefällen. Die
Nebenwirkungsraten der Lyse-Therapie, vor allem hinsichtlich
Blutungskomplikationen, ist sehr groß. |
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Ambulante/stationäre Therapie:
Die heute noch gängige Standardtherapie bei Thrombosen, die das Level der
Vena poplitea übersteigen, besteht in der stationären Therapie. In den
vergangenen 6 Jahren sind in der Literatur zunehmend Berichte über die
ambulante Therapie bei tiefer Venenthrombose erschienen, die über gleiche
Komplikationsraten hinsichtlich Rezidivthrombose und Lungenembolierisiko
berichten, wie bei stationärer Therapie. Isolierte
Unterschenkelvenenthrombosen sind sicherlich gut ambulant zu behandeln, eine
eindeutige Aussae hinsichtlich der ambulanten Therapie von Oberschenkel-
oder Beckenvenenthrombosen kann aus der Literatur derzeit noch nicht gemacht
werden. Sollte eine solche ambulante Therapie eingeschlagen werden, muss der
Patient explizit über die Risiken aufgeklärt werden. |
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