Vertragsärztliche Arbeitsgemeinschaft "Gefäßerkrankungen"

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pAVK: Amputation

 

 

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Vorbemerkungen

Akute und chronische Durchblutungsstörungen sind neben Traumen und Infektionen Hauptursache für Extremitätenverlust. Beeinträchtigung der Mikro- und Makrozirkulation. Die untere Extremität ist weitaus am häufigsten betroffen, die folgenden Ausführungen gelten aber auch sinngemäß für die oberen Extremitäten.

Symptome und Befunde:

Die Extremität ist in ihrem Erhalt bedroht, wenn

·         eine bestehende Infektion fortschreitet

·         eine verminderte arterielle Durchblutung zum Untergang von Muskelgewebe mit daraus folgender Bedrohung anderer Organfunktionen führt

·         weitgehend therapieresistente, vom Patienten nicht mehr tolerierbare Ruheschmerzen bestehen

Diagnostik und Ziele:

Das Ergebnis der angiologischen Diagnostik entscheidet über die Notwendigkeit der Amputation bzw. die Amputationshöhe. Liegt keine arterielle Minderdurchblutung vor, entscheidet der lokale Befund.

Ein bis in die Peripherie kräftig tastbarer Puls schließt die Amputation aus (Ausnahme Diabetes). In jedem Fall ist vor Amputation die Durchblutung mittels nicht invasiver Diagnostik zu dokumentieren.

·         Dopplersonografische Verschlußdruckbestimmung der Knöchelarterien – Ausmaß der DBS in Ruhe (cave Diabetiker – Mediasklerose)

·         Angiografie – sicherer Ausschluss einer DBS bzw. Darstellung von Gefäßläsionen und Beurteilung von Möglichkeiten arterieller Revaskularisation Þ DSA

·         Duplexsonografie, VVP, CT, MR-Angiografie ergänzend zur Eingrenzung der AVK

Indikationsstellung

·         Amputation ohne DSA – bei normaler arterieller Durchblutung abhängig von der geschädigten Gewebezone und der prothetischen Versorgung

·         Amputation mit DSA – bei Vorliegen der AVK, wenn keine Rekonstruktion oder konservative möglich oder erfolgversprechend ist

·         Minor-Amputation – vorgeschaltete Verschlüsse vorher unbedingt revaskularisieren oder konservativ behandeln und die Durchblutung sicherstellen, um Progredienz zu vermeiden. Ist dies nicht möglich, ist eine Major-Amputation vorzuziehen.

·         Major-Amputation – vorausgehen müssen alle möglichen Maßnahmen, um die Amputation so peripher wie möglich und sinnvoll vorzunehmen. Unterstützen kann für die Amputationsgrenze eine tepO2-Messung

Therapie

·         Minor-Amputation – Amputationen bis zum Mittelfuß; Absetzungslinie richtet sich nach dem Ausmaß des Lokalbefundes. Bei Grenzzonenamputationen liegt die Absetzungsstelle exakt in der nekrotischen Grenzzone. Im Zweifelsfall wird der offenen Wundbehandlung der Vorzug gegeben. Adjuvant Verbesserung der Durchblutung durch konservative Maßnahmen möglich (z.B. PGE1)

·         Unterschenkelamputation – geeignete Stumpflänge für prothetische Versorgung wichtig. Verwendung des Hautlappens zur Stumpfabdeckung evtl. ergänzt durch konservative Verbesserung der Durchblutung (z.B. PGE1)

·         Kniegelenksexartukulation – ist aufgrund der besseren Prothesenversorgung der Oberschenkelamputation vorzuziehen (Þ häufig bessere Mobilisierbarkeit). Nachteil: häufig schlechtere Wundheilung (konservative Maßnahmen?)

·         Oberschenkelamputation – jeder Zentimeter Stumpflänge ist wertvoll!

Nachsorge

·         Bei prothetischer Versorgung ist schon im Vorfeld Krankengymnastik sinnvoll
(Krafttraining, Gehen mit Krücken)
Festlegung der prothetischen Versorgung mit Orthopädiemechaniker Þ
möglichst frühe Mobilisierung, Interims-Prothese
Intensives Rehabilitationstraining mit Gehschulung

·         Ohne prothetische Versorgung soll durch Aufbautraining mit Gehhilfen und im Rollstuhl eine gewisse Mobilität erreicht werden (nicht bei bettlägerigen Patienten)

 

 

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Copyright © 2000 Dr. Peter Waldhausen Vertragsärztliche Arbeitsgemeinschaft Gefäßerkrankungen
Stand: 18. December 2005